Es gab ‘mal Zeiten, in denen die documenta-Kunst den Betrieb störte …

… heuer stört die Kunst den Betrieb der documenta! Carolyn Christov-Bakargiev, die Macherin der documenta 13, hat das mit dem Elfenbeinturm irgendwie in den falschen Hals bekommen: aus den Schiessscharten des Elfenbeinturms heraus sollte die Kunst ihre Werke gegen + für die Gesellschaft als Waffen der Erkenntnis + der Schönheit schärfen – nicht jedoch sollten die Mauern aus Elfenbein + Elfentraum die arme Kunst vor der bösen, lauten, eigensinnigen Gesellschaft schützen.
Wie aufgeklärt ist eigentlich eine neue Kunstreligion, die vor einem Holzmännchen (sorry, Mr. Balkenhol!) so zusammenschrickt, wie die Salafisten vor einer Karrikatur? Ich finde das so oberärgerlich! Es ist ein vernichtendes Eingeständnis der Schwäche, der mangelnden Zuversicht + ideologischen Verklemmtheit.
Wir gucken natürlich trotzdem ‘mal in Kassel vorbei. Und wenn es nur dazu dient, unsere Vorurteile mit Realitäten zu untermauern … (oder werden wir gar überrascht werden?) …