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Credo

Kunst droht zu einer Sondersparte zu geraten, die nur Eingeweihten und Professionellen ohne Angstbarriere zugänglich zu sein scheint. Der selbstverständliche, der alltägliche Umgang mit dem Phänomen ‘Kunst’ und seinen vielfältigen Materialisationen wird zur Seltenheit.

Wir wissen auch nicht, warum das so ist. Es liegt sicher an dem Gestus des Erhabenen, den die Produzenten und Vermittler als Markenzeichen aufbauen. Auch hat die Kunst selbst noch lange nicht den Sprung in den Alltag der Menschen gewagt – zu pädagogisch, distanziert, artifiziell stellt sie sich auf ein (mal kleineres, mal grösseres) Podest, weniger um besser sehen zu können, als viel eher um gesehen zu werden und eben ein klitzeleines Bisschen ‘besser’ zu sein, moralischer, klüger, differenzierter als das denn doch eigentlich irgendwie etwas dumpfe D’rumherum. Es mag aber auch sein, und das wäre die dunkelste und bedrängenste Vermutung, dass Kunst schlicht überflüssig geworden ist und ihren bürgerlichen Status der Geistes- und Augenspeise des kultivierten Menschen mit der Auflösung des Bürgerlichen selbst verloren  und noch keinen eigenen, neuen, frischen Status entwickelt hat.

All das Gegrübel nützt aber nichts. Was ist, ist eben. Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, unsere Sicht der Dinge, unser Interesse und unsere Liebe, umfassend zu dokumentieren (wenn denn die Zeit dazu da wäre – sotto voce …) und zu veröffentlichen. Da aber Öffentlichkeit keine Einbahnstrasse ist, haben wir auch interaktive Möglichkeiten (Kommentarfunktion) realisiert (welche bislang nicht genutzt wurde – leider!).

Wir freuen uns über jeden, der uns mit Rat (gut!) und Tat (doppelplusgut!) bei diesem Projekt zur Seite stehen möchte. Links, Termine, Adressen, Projekte, Meinungen, Besprechungen, Literaturtips, Pressehinweise etc. etc.: wir sichten und sortieren alles, was uns zugeschaufelt wird. Damit aus dezentralen Kunstmonaden (was in der Leibnizstadt Hannover wohl gesagt werden darf) ein zentrales Kunstgedächtnis entstehen kann (*träum’ weiter, baby …*).

In diesem Sinne: Keine Angst vor Kunst!

Ihr keineangstvorkunst.de-Team

Angelika Zörnig
Dieter Mock
Andreas Ullrich

One Comment »

  • B.V. said:

    Ein sehr schönes Credo. Die Kritik, die hier zur Äußerung kommt (im ersten & zweiten Absatz)kann ich vollkommen teilen, KUNST hat sich überwiegend überflüssig gemacht (geblieben ist die Kunstpose), sie ist im Großen & Ganzen nichtmal das im Kleinen geworden was einst Joseph Beuys im Großen & Ganzen forderte
    (und für sich auch einlöste – wie ich finde). Will man optimistisch sein, so könnte man sagen: es steht aber noch offen, zudem zu werden, dieses (oft strapazierte) “Jeder Mensch ein Künstler” hat ja durchaus seinen tieferen Sinn (sogar Übersinn!).

    “All das Gegrübel nützt aber nichts. Was ist, ist eben. Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, unsere Sicht der Dinge, unser Interesse und unsere Liebe, umfassend zu dokumentieren und zu veröffentlichen. …”

    Genau, das sollte man tun.Reicht auch erstmal.Und mal schaun, was nach dem vollkommenem Untergang des noch Rudimentärbürgerlichen ( und sog. Postmodernem) noch kommt.

    Bernd

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